Der exzellente Nicolas Alstaedt

Mit einem ausgezeichneten Bratschenrezital führte er das Festival Lípa Musica fort, das schon seit 14. Jahren den internationalen Kulturaustausch erfüllt, was ihm schon durch seine Lage im Sudetenland vorbestimmt ist. Das Festival bringt sehr gute Interpräteten der tschechischen Musik in die sächsischen Ortschaften und präsentiert auch interessante Personen aus Deutschland bei uns. Dieses Jahr stellte sich der wichtigste deutsche Gast auf dem Schloss Děčín , dass das Herz des Festivals im Kreis Ústí ist, vor, wir sprechen über den  Bratschisten Nicolas Altstaedt, der hier am 8. Oktober ein Konzert gab.

Das tschechische Publikum, konnte ihn schon vor zwei Jahren kennen lernen, wo  er als Solist in Schumanns Bratschenkonzert mit der Tschechischen Philharmonie auftrat. Als Sollist wurde er jedoch erst von Lípa Misica eingeladen. Und dies war eine sehr gute Wahl. Altstaedt wurde durch seine Gewinne bei prestigen Wettbewerben weltweit bekannt, dies öffnete ihm den Weg auf die berühmtesten Weltbühnen, wo er seitdem wirkt, und das mit Recht. Er ist einer der Letzten Schüler des legendären Pergamenščik und er ist wahrhaft eine Erscheinung der klassischen Szene der Welt. Die nicht nur in Künstlerischer Weise, aber durch seine Menschlichkeit, Demut, aber auch außerordentliche Gelehrsamkeit, überschreitet weit die Grenzen der Geschichte der Musik. Die Fähigkeit, dass er sein Repertoire als Komplex  von Zusammenhängen sieht, gibt Ihn die Möglichkeit einer neuen Dimension bei der Interpretation.

 Für sein Rezital auf dem Tetschner Schloss stellte Altstaedt ein Repertoire, dessen Leitfaden drei Sonaten von Bach waren, die er geschickt mit Kontrasten, neuerer Werke kombinierte, vor. Das Konzert im Bibliotheken Saal eröffnete  die Gedankenvertiefte Fünfte Suite für eine Bratsche in C Moll, die den Zuschauern gleich am Anfang die technische Brillanz des Sollisten zeigte. Mit der sehr schwierigen Komposition von Bach spielte Altstaedt wörtlich mit Noblesse, Souveränität, Leichte und mit selbstverständlicher Vollkommenheit. Nach Bachs Suite spielte er die  Dritte Suite von Briten, in der es  unmöglich ist, dass man Bachs Nachlass nicht hören würde, sie ist aber auch durchs Brittens Bindung zu Mstislav Rostropovič beeinflusst. Eine  vielschichtige Variation, die den Zuhörer anhand drei Volkslieder auch nach Russland bringt. Hier zeigte sich sehr schön Altstaedts Klangvielfalt.

Nach der Pause konnte der gefüllte Bibliotheken Saal erst der Ersten Suite  von Bach zuhören, die das Gefühl der scheinbaren Einfachheit weckt. Das wertvolle Werk. ist nicht auf der Melodie aufgebaut, sondern auf starken rhythmischen Konstruktionen und erfinderischen Harmonien, und Altstaedt gelang es ein Juwel der Musik daraus zu machen. Es folgten drei Strophen von Dutilleux , bei denen der Künstler sein Instrument, das eine herrliche Klangfarbe besitzt, zur Geltung kommen ließ. Das Rezital schließte Bachs Musik ab, die das ganze Programm zusammenhielt.  Altstaedt wählte die berühmte dritte Suite in C Dur, ein erhobenes und ungebundenes Werk, so wie die ganze Aufführungsweise des Künstlers.

Als der Wohltäter dieses Festivals, Mons. Jan Baxant, bei der Eröffnung das Festival als Tor zum Schönen bezeichnete, so nahm er das Rezital des deutsch-französischen Instrumentalisten vorweg. Altstaed ist auf seiner Bratsche wirklich ein Zaubermeister, der ohne billige Gesten, lehre Effekte,  den Zuhörer durch seine Ungezwungenheit, geschliffene sichere Technik bezaubert, was dem Zuhörer gar nicht auffällt, was dem Ganzen an Ausdruck verleiht. Er eröffnet durch seine Intensität und ehrliche Pompösichkeit und durch seine unglaubliche „Glaubenswürdigkeit“ ein ganz neues Musikalisches Erlebnis. Auch wenn Altstaedt sehr Jung ist,  so erreichte er Trotzdem der höchsten musikalischen Ebene, die selbst von Yo- Yo My bewundert wird und die bei den Zuschauern ein Gefühl der musikalischen Vollkommenheit der Bratschisten aufbringt, der die Möglichkeiten des eigenen Instruments überholt.