Programm des 14. Jahrgangs in Kürze

Das Jahr 2015 wird nicht von einem einheitlichen Thema gebunden, wies im Jubiläumsjahr der Tschechischen Musik war, aber es bringt eine Reihe Themen und Impulse für einen Dialog im Geiste des Festivalmottos: „Die Bedingung dazu, dass man eine Partnerschaft und Freundschaft findet, ist der Dialog.!“ Das Hauptkriterium der Dramaturgie bleibt das meisterhafte Interpretationsniveau und begreiflich auch die Wahl des geeigneten Programms für die gegebene Konzerträumlichkeit.  Die geistliche Ebene des Programms, die ihre Wurzeln in den Anfängen des Festivals hat, wird durch das Einstiegskonzert repräsentiert, das in der schon erwähnten Klosterkirche Oybin am 21. August stattfinden wird. Das Ensemble Tiburtina mit der künstlerischen Leiterin Barbora Sojková führt in dieser Kirchenruine die Messe De Notre Damme von  Guilliam de Machaut vor. 

Einen gewissen Kontrast zum geistlichem Inhalt des Einstiegskonzertes wir das Eröffnungskonzert des Festivals sein, das der symphonischen  Musik gewidmet wird, welches von der Philharmonie Hradec Králové vorgeführt wird, geleitet von dem Dirigenten Andreas Sebastian Weiser. Als  Solist tritt an diesem Abend wir der Trompeter Marek Zvolánek auf, der den Solopart beim attraktiven Konzert von J. N. Hummel  übernimmt.  

Einen geistlichen Inhalt werden auch weitere Programme beim traditionellen Einstieg in Česká Lípa haben, die außer Musik auch Tanz und ein audiovisuelles Programm anbieten. Den berühmten Filmklassiker Das Leiden der Jungfrau von Orléans  aus dem Jahr 1928 stellt Lípa Musika in Begleitung des Orchesters Berg in der Allerheiligenbasilika vor. In dem gleichen Ort findet auch die Tanzimprovisation „Über Glauben, Hoffnung und Liebe, oder das königliche Instrument tanzt“ statt. Das nicht traditionelle Programm, das Musik und Tanz verbindet, beschäftig sich mit den drei Merkmalen der christlichen Tradition und mit den Weisheiten biblischer und antiker Texte. Die  barocken Orgelwerke vorgeführt von Jaroslav Tůma nutzt Adéla Srncová für ihre Choreografie mit Elementen der Tanzimprovisation.

Eine mysteriöse Einleitung des Festivals ist ein Konzert außerhalb Česká Lípa im Geburtsort von H. I. Biber, Stráž pod Ralskem. Hier werden die Rosenkranzsonaten von Bieber vorgestellt, die die  Geheimnisse aus dem Leben der Jungfrau Maria feiern. Vorgetragen werden sie von Musica Florea unter Leitung von Marek Štryncl. Der geistliche Inhalt der Konzerte am Anfang des Festivals wird von dem Konzert der irischen Volksmusik für Geige kontrastiert, das der englische Fiddler Pete Cooper übernimmt. Neben dem Konzertprogramm Angel's Waltz, wird er auch Worschops für Interessenten dieser spezifischen Art des Geigenspieles anbieten. 

Die interaktiven Folk Veranstaltungen werden von Konzerten zum Heiligen Wenzel abgewechselt, mit diesen Konzerten beginnt der tschechisch-deutsche Dialog des Festivals. Als erster deutscher Gast stellt sich der Philharmonische  Kinderchor Dresden vor, der in Kamenický Šenov auftritt. Am Feiertag des Heiligen Wenzel, findet schon traditionell ein Konzert in Jezvé statt, hier stellt sich das Philharmonie Octet, das von den besten tschechischen Blasmusikern der Gegenwart gebildet wird, zusammen mit deutschen Gästen, mit  Werken aus der Zeit des Klassizismus von den Berühmten Komponisten wie Haydn, Mozart und Bethoven vor. Von der Musik des Klassizismus kehrt das Festivalprogramm zum Barock zurück, und das in vokaler aber auch instrumentaler Ebene, vorgetragen von renommierten heimischen Künstlern wie Alena Hellerová, Vojtěch Spurný, Jana Semerádová oder Barbora Marie Willi.

Im Schloss Doksy führt das vokale Ensemble Cappella Mariana Monteverdis Madrigale vor und in der neuen Lokalität - Prysk- können sich die Zuhörer mit dem bedeutenden deutschen Trompeter Oliver Lakota in Begleitung des ausgezeichneten jungen Organisten Pavel Svoboda treffen.

Der deutsche Teil des Festivals wird am Anfang Oktober in Großschönau fortsetzen, wo unsere vordere Organistin Irena Chřibková zusammen mit dem Baryton Roman Janál auftritt. Ein traditionelles tschechisches Marktartikel ist die Kammermusik. Die tschechische Kammermusik wird von dem Smetana Trio im Zittauer Rathaus repräsentiert. In dem Grenzgebiet - Philippsdorf bei Rumburk tritt mit seinem Soloprogramm der ausgezeichnete junge Geiger und Konzertmeister  der Tschechischen Philharmonie Josef Špaček auf.
Die besten deutschen Interpreten werden von dem Cellisten Nicolas Altstaedt vertreten, der mit seinem Soloprogramm im Schoss Tetschen (Děčín) auftritt, bei dem Werke von J. S. Bach und als Kontrast neuere Werke der Komponisten Britt und Dutilleux erklingen. Dieser junge deutsche Cellist ist einer der letzten Schüler von Permenščik und gehört heute zu den besten europäischen Cellisten. Er arbeitet mit den vorderen Orchestern und Dirigenten aus aller Welt zusammen, er wirkt auch als Direktor des Festivals Gidona Kremera in Lockenhausen. Das Angebot in Děčín bereichert ein Projekt, welches den Zuhörer in die Welt der jüdischen Musik führt, aufgeführt von der Knoblauch Klezmer Band aus Deutschland. Das Kapitel der jüdischen Musik ergänzt die Kinderoper Brundibár die zwei Handlungen hat, sie wurde anhand des Librettos von Adolf Hoffmeister von dem Komponisten Hans Krása komponiert. Dieses Werk entstand in der Zeit der Internierung der Juden im Ghetto in Theresienstadt, die Oper nehmen wir in die Programmreihe Lípa Musica für die Kinder mit auf. Dieses edle Werk wurde für die Nazipropaganda missbraucht, und blieb bis in die heutige Zeit ein Memento der Zerbrechlichkeit der Menschenrechte, dieses Thema wird heute immer mehr aktuell. Die Oper wird von der Kinderoper Prag vorgeführt und erinnert an das 70. Jubiläum der Erstaufführung im Jüdischen Ghetto in Theresienstadtt.

Lípa Musica bringt neue Impulse nicht  nur im Bereich der Musik, aber sie entdeckt auch interessante Persönlichkeiten, die andere Gattungen vertreten. Das Festival bietet ein Treffen mit der nonkonformen Künstlerin Iva Bittová und Čikori in Jablonec nad Nisou, mit den Brüdern Eben in Nový bor, und am Ende im gleichen Ort mit der monumentalen Kantate Carmina Burana vom deutschen Komponisten Carl Orff , aufgeführt von drei Solisten des Prager Nationaltheaters, der Philharmonie Hradec Králové, der Chöre aus Wiesbaden und Blansko unter dem Taktstock von T. J. Frank an. 

Das Festival Lípa Musika bleib seinen dramaturgischen Grundsätzen treu, es bietet im Jahr 2015 neue Impulse und Richtungen an. Das Festival verlässt sein geistliches Fundament nicht, es fühlt das Bündnis zu den sozial-historischen Bindungen der Gegend und bietet eine Erweiterung der Festivalidee, eines humanen Dialoges und einer Freundschaft in weitere europäische Gebiete an. Es bringt für die Zuhörer die Möglichkeit, sich mit der höchsten Interpretationsebene im Bereich der klassischen Musik aber auch mit Projekten anderer Kunstrichtungen zu treffen. Durch „lebende Kunst“ werden Kulturzentren und Sehenswürdigkeiten des Kreises Liberec und Ústí nad Labem, Sachsen aber auch Niederschlesien belebt. Diese einzigartige Tradition möchten wir hier in dieser Region, die durch das Zerstören der Kultur und Menschenbündnisse bis heute leidet, weiter vertiefen.

Mehr zu dem Programm finden sie hier.