Aufzeichnungen eines Vermissten

Jaroslav Březina – Tenor
Eliška Weissová – Mezzosopran
Anna Trahová, Jana Kubicová, Petra Vondrová – Trio der Frauenstimmen
Martin Kasík – Klavier

Leoš Janáček | Sylvie Bodorová

Im Frühjahr 1916 erschien in der Zeitung Lidové noviny in zwei Sonntagsausgaben ein Gedicht eines unbekannten Autors unter der Überschrift Aus der Feder eines Autodidakten. Die Redaktion führte statt des Namens des Autors eine Anmerkung zur Begründung an: „In einem Bergdorf in Ostmähren verschwand auf geheimnisvolle Weise J. D., ein ordentlicher und hilfsbereiter Jüngling, die ganze Hoff nung seiner Eltern. Zunächst wurde ein Unglück oder ein Verbrechen vermutet; die Gerüchteküche brodelte. Erst einige Tage später wurde in einer Kammer ein Tagebuch gefunden, das das Geheimnis des Verschwindens aufklärte. Es enthielt einige kurze Gedichte, von denen aber zunächst niemand vermutete, dass sie den Schlüssel zum geheimnisvollen Rätsel liefern“. Und eben dieses Gedicht war die Vorlage für Janáčeks Werk, das zu den Juwelen der Kammermusik des 20. Jahrhunderts zählt. Lassen Sie sich von der funkensprühenden, rauen Poesie Leoš Janáčeks verzaubern, aus der nicht nur die Emotionen seiner eigenen unerfüllten Liebe regelrecht hervorquellen…