Česká Kamenice, St. Jakobus d. Ältere

Die Kirche St. Jakobus d. Ältere prägt das Stadtbild von Česká Kamenice. Gleichzeitig handelt es sich um das wichtigste Kulturdenkmal der Stadt. In einem Arkadengang zwischen Schloss und Kirche finden Sie eine Ausstellung über die Stadtgeschichte und im Sommer kann man auch den Kirchturm besteigen, von dem man einen herrlichen Blick über das historische Zentrum mit seinen mehr als dreißig Kulturdenkmälern hat. Es handelt sich um eine spätgotische dreischiffige Kirche, die im Stile des Rokoko und des Klassizismus ausgestaltet ist. Die Grundmauern stammen aus dem 12. Jahrhundert. Im 14. Jahrhundert war sie Pfarrkirche, 1622 erhob man sie zur Dekanatskirche. Durch umfangreiche Umbauten in den Jahren 1614–1631 erhielt die Kirche ihr heutiges Aussehen.

Sie finden dort den Renaissancegrabstein Christophs von Wartenberg aus dem 16. Jahrhundert und ein interessantes Barocktaufbecken. Der viereckige Kirchturm mit Außengalerie ist 46 Meter hoch und wurde in den Jahren 1552–1555 von Baumeister Veit Seifert errichtet. Der Turm ist in der Sommersaison geöffnet. Der fünfzehnjährige Antonín Dvořák spielte in dieser Kirche die Orgel. Sein Musiklehrer war Franz Hanke, der Chorleiter und Organist der St. Jakobuskirche. Nach Česká Kamenice kam A. Dvořák im Schuljahr 1856/1857 nach seiner Lehre, um sein Deutsch zu verbessern. Er wohnte in der Ohme’schen Mühle in Oberkamnitz (Horní Kamenice) und besuchte die Bürgerschule. Nach seiner Rückkehr begann er eine Ausbildung an der Prager Orgelschule. In der Kirche in Česká Kamenice finden am Beginn des Sommers die Dvořák-Sommermusikfestspiele statt.