Baborák Ensemble, Radek Baborák

Baborák Ensemble

Radek Baborák – Waldhorn
Dalibor Karvay– Geige
Martina Bačová – Geige
Jiří Žigmund – Viola
Hana Baboráková – Violoncello
Jan Musil – Waldhorn

„Via regia – Musik zwischen Prag und Zittau“

Antonín Rejcha (1770–1836)
Quintett E-Dur op. 106
* Allegro ma non troppo
* Lento
* Menuetto
* Finale. Allegro assai

Emil Kreuz (1867–1932)
Quintett Es-Dur op. 49

Ludwig van Beethoven (1770–1827)
Sextett Es-Dur op. 81b
* Allegro con brio
* Adagio
* Rondo. Allegro

YorkBowen (1884–1961)
Quintett c-Moll op. 85

Anton Rejcha war der bedeutendste Repräsentant böhmischer Musik im Ausland in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts. Entscheidend für ihn war das Erlangen der Professorstelle für Kontrapunkt am Konservatorium – im Bereich der Musiktheorie und Pädagogik wurde Rejcha bald berühmt und von seinen Zeitgenossen gefragt.

In der Kontrapunktlehre griff Rejcha radikal in den Fugenaufbau ein. In Paris erreichte er eine Reihe von Würdigungen – 1829 gewann er das französische Bürgerrecht, zwei Jahre später erhielt er den Orden der Ehrenlegion und 1735 wurde er Mitglied der französischen Akademie der Schönen Künste. Von seinen Schülern kamen hauptsächlich Hector Berlioz, Charles Gounod, César Franck a Franz Liszt empor.

Der deutsche Musiker, Dirigent und Komponist Emil Anton Joseph Friedrich Kreuz war als Sologeiger und insbesondere als Solobratschist sowie als Dirigent berühmt. Er wirkte vor allem in London und Manchester, später wurde er Mitglied des Opernorchesters und  Hilfsdirigent im Covent Garden, mit der Verpflichtung, Sänger vorzubereiten und Repertoirewerke heraus zu geben. Im spätromantischen Kompositionswerk von Kreuz überwiegen Solo- sowie Kammerwerke für Bratsche.

Das Sextett für zwei Hörne, zwei Violinen, Bratsche und Violoncello Es-Dur hat zwar eine höhere Opusnummer 81b, Ludwig van Beethoven schrieb es jedoch in den Jahren 1794 und 1795. Es entstand also in Wien, wo der Komponist schon seit seinem siebzehnten Lebensjahren wohnte und wo er vermutlich auch Kompositionsstunden bei Mozart besuchte.

Das Sextett Es-Dur ist ein wirkungsvolles Werk, das auf anmutsvollen Melodien aufgebaut wird, die in ziemlich anspruchsvolle Hornpartien eingesetzt sind. Im dritten Satz enthält es die für Jagdhörner typischen Figurationen.

Bereits mit acht Jahren trat Edwin York Bowen als Solist im Dusíks Klavierkonzert auf. Sein Talent war unbestritten und deshalb studierte er Klavier an den besten britischen Musikschulen.

Der Hornist Radek Baborák gehört zu den profiliertesten Persönlichkeiten der internationalen Musikszene. Regelmäßig konzertiert er mit einer Reihe von Weltorchestern, mit Topdirigenten und -instrumentalisten. Er ist zu Gast bei Prestigefestivals und seine Konzerte werden von Rundfunk- und Fernsehsendern aufgenommen. Baboráks umfangreiche Diskographie umfasst geschätzte Aufnahmen, die für renommierte Klassiklabels in Tschechien sowie im Ausland aufgenommen wurden. Als Kind wurde er zum Gewinner praktisch aller internationalen Wettbewerbe, zum absoluten Sieger des Concertino-Praga-Rundfunkwettbewerbs (mit 12 Jahren) und drei Jahre später auch zum Gewinner des Festivals Prager Frühling. Radek Baborák ist ein leidenschaftlicher Kammermusiker. Er war Mitbegründer einiger Kammerensembles: Afflatus Quintet, Baborák Ensemble, Česká sinfonietta (Die Tschechische Sinfoniette), Český hornový sbor (Das Tschechische Waldhornensemble).

Bereits mit achtzehn Jahren hatte Baborák die Position des ersten Hornisten der Tschechischen Philharmonie, die ihm ausnahmsweise ohne Auswahlverfahren angeboten wurde. Nach zwei Jahren ging er auf den Posten des Solohornisten der Münchner Philharmonie unter der Leitung von James Levin und von hier aus zu Bamberger Symphonikern. In den Spielzeiten 2003–2010 war er Solohornist der Berliner Philharmoniker, auf den bedeutenden europäischen Szenen trat er mit ihnen auch als Solist auf.  Er ist weiterhin Mitglied des Berliner Oktetts und als Solist tritt er mit den Berlin Barock Solisten auf. Er arbeitet mit vielen weiteren Prestigeorchestern in der ganzen Welt und ist ständiges Mitglied des japanischen Orchesters Saito Kinen.

Das Baborák Ensemble entstand im Jahre 2010. Seine Mitglieder sind Solisten der jungen Generation, Spieler der führende tschechischen Ensembles und Orchester. Das Ensemblerepertoire orientiert sich vor allem auf Werke der Meister des  18., 19. und der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Das Baborák Ensemble tritt in vielen Kulturzentren in Europa auf, arbeitet mit internationalen Musikfestivals zusammen.