Barbora Sojková und Hana Blažíková

Barbora Sojková und Hana Blažíková – Gesang, Gotische Harfe, Psalterium

"Cansó de la crozada – Das Lied über Kreuzkrieg"
Liebe, Leidenschaft, Trauer und heiliger Krieg in der Schöpfung der mittelalterlichen Troubadoure

Jaufré Rudel (tätig 1120–1147)
Quand lo rossinhóls el folhós (R)

Marcabrun (tätig 1129–1150)
Pax in nomine Domini (W)

Guilhem de Peitieu (1071–1126)
Pos de chantar m’es pres talens (Chigi, Beendung von HB und BS)

Marcabrun
L’autre ier josta una sebissa (R)

Jaufré Rudel
Lanquan li jorn (W)

Giraud de Bornelh (?1162–?1199)
Reis glorios (R, Chig)

Beatriz de Dia (1140–?)
A chantar m’er de co (W)

Raimbaut d’Aurenga (?1147–1173)
Pos tals sabers mi sorc e’m creis (X)

Ponç d'Ortafà (1170–1246?)
Si ai perdut mon saber (R)

Raimbaut de Vaqeiras (?1150–?1207)
Ara pot om conoisser e proar (R)

Marcabrun
Lo vers comenc quand vei del fau (Pa 3719)

PièreCardenal (1180–1278)
Un sirventes novel vuelh comencar (R)

Anonym
Estampida

Gaucelm Faidit (1172–1203)
Forts chaussa es que tot lo major dam (G)

Raimon de Miraval (činný 1185–1229)
Bel m’es qu’ieu chant e coindei (R)

Anonym
Bel paire cars (Chigi)

Guiraud Riquier (cca1230–1300)
Umils, forfachs, repres e penedents (R)

Anonym
Estampida

Peiròl(?1188–1222)
Si b’em sui luenh et entre gent estranha (G)

Anonym
Estampida

Anonym
Chevalier, mult estes guaritz (W)

Quellen:
R – Paris, Bibliothèque Nationale, fr. 22543 (14. Jh.)
W – Paris, Bibliothèque Nationale, fr. 884, tzv. „Manuscrit du roi“ (13. Jh.)
Chigi – Roma, Biblioteca Vaticana, Chigi C.V. 151 (14. Jh.)
X – Paris, Bibliothèque Nationale, fr. 20.050, tzv. „Chansonnier de Saint-Germain-des-Prés“ (13. Jh.)
Pa 3719 – Paris, Bibliothèque Nationale, lat. 3719 (12. Jh.)

Krieg und Poesie stellen auf den ersten Blick zwei unvereinbaren Welten dar. Die ersten Dichter Westeuropas, die sogenannten Troubadours, Dichter, die Poesie mit Musik verbinden, überzeugen uns jedoch leicht vom Gegenteil. Die Thematik der Kreuzzüge wurde mit den Liederr der Troubadours verwoben und zwar nicht nur in diejenigen, die sich das Ziel setzten, die Kreuzzüge hervorzuheben, sondern auch weniger auffällig: als Untermalung von Liebessehnsucht, als Heimweh oder als Versicherung ihres einzigen rechten Glaubens. 

Die Troubadours-Kunst des Wortes und der Musik erblühte vom 12. Jahrhundert bis zum Anfang des 14. Jahrhundert hauptsächlich im Süden Frankreichs.

Die Sprache der Troubadourenlyrik war die sog. lenga d'òc (französisch langue d'oc) – okzitanisch – eine Sprache, die dem Latein verwandt ist. Ungeachtet dessen, dass die Troubadourenkunst einelokale Angelegenheit war, beeinflusste sie die weltliche Kultur in ganz Europa.

Hana Blažíková sang im Kinderchor Radost (Freude) in Prag und widmete sich dem Violinspiel. Sie absolvierte das Jan Neruda Musikgymnasium, das Prager Konservatorium (prof. Jiří Kotouč) und Interpretationskurse beim Peter Kooij, Poppy Holden und Monika Mauch. Sie widmet sich überwiegend der Interpretation der mittelalterlichen Renaissance- und Barockmusik, sie arbeitet mit tschechischen und ausländischen Ensembles zusammen (Collegium Vocale Gent, Bach Collegium Japan, Sette Voci, Gli Angeli Genève, La Fenice, Tafelmusik, Collegium 1704, Collegium Marianum, Musica Florea u.a.).

Sie tritt regelmäßig im Ausland auf Konzerten und renommierten Festivals auf, ihre Stimme können wir auf mehr als zwanzig Aufnahmen hören. Seit 2007 beteiligt sie sich an Aufnahmen von Bachkantaten mit dem Bach Collegium Japan.

Sie ist Mitglied des Vokalensembles Tiburtina Ensemble, das sich mit der Interpretation des gregorianischen Chorals und mittelalterlicher Polyphonie befasst. Gleichzeitig widmet sie sich dem Spiel der gotischen Harfe.

Barbora Sojková widmete sich von klein auf dem Klavierspiel und Gesang, seit 1995 ist sie Mitglied des Kühn-Kinderchores, mit dem sie mehr als 300 Konzerte, Opernvorstellungen, Aufnahmen und Tourneen absolvierte. Sie studierte das Fach Chorleitung der Dommusik an der Pädagogischen Fakultät der Karlsuniversität, wo sie in den Jahren 2009-2011 die Theorie und das Dirigieren des gregorianischen Chorals unterrichtete. Zur Zeit ist sie die Studentin des Faches Musikwissenschaft an der Philosophischen Fakultät der Karlsuniversität in Prag. Gesang studiert sie privat (bei J. Jonášová, E. Toperczerová u.a.) und auf Interpretationskursen, die auf die Musik des Mittelalters, der Renaissance und des Barocks ausgerichtet sind (M. van Altena, P. Kooij, H. Crook, J. Frederiksen u.a.).

Sie arbeitet mit den Ensembles Collegium 1704, Musica Florea, Ensemble Inégal, Collegium Marianum, Ensemble Tourbillon, Doulce Memoire, Kammerorchester Berg, Ostravská banda u. a. zusammen. Sie ist Mitglied des Ensembles Collegium Vocale 1704 und künstlerische Leiterin des Frauenvokalensembles Tiburtina Ensemble. Sie hatte die Möglichkeit mit den erwähnten Ensembles auf den führenden tschechischen Bühnen und Festivals aufzutreten.