Fandango

Ticketpreis: 190 Kč

FANDANGO
Lucie Guerra Žáková, Petra Žďárská – Cembalo
Ludovica Mosca – Barocktanz und Kastagnetten

J. H. d´Anglebert: Troisième suite, Prélude, Allemande, Courante et Double, Sarabande Grave, Gigue, Gaillard, Gavotte, Menuet, Variations sur les folies d´Espagne
A. Soler: Concierto No. 2 en La menor, Andante, Allegro, Tempo de minué
A. Soler: Fandango
A. Scarlatti: Toccata, Folie
A. Soler: Concierto No. 3 en Sol mayor, Andantino, Minué
L. Boccherini: Fandango

Das Programm unter dem Titel „Fandango“ führt den Zuhörer in die spanische Barockerbschaft. Die instrumentale Komponente verknüpft sich mit dem Tanz, denn selbst der Projekttitel Fandango erinnert an den traditionellen spanischen Tanz, dessen Entstehung mit dem Anfang des 18. Jahrhunderts verbunden wird. Autoren der ältesten Fandangoformen sind anonym geblieben. Priester Martín Martí beschrieb im Jahre 1712 zum ersten Mal die Bewegungselemente dieses Tanzes. Der Fandango wurde relativ bald populär, und auch die Adeligen begannen sich für diesen Tanz, zu interessieren. Gemeinsam mit der Aristokratie reiste der Fandango daraufhin durch Spanien und Europa. Bald wurde er auch in Opern und Ballette eingegliedert. Seine Formen sind in Werken von J.P. Rameau, A. Scarlatti, D. Scarlatti, A. Soler, L. Boccherini, aber auch in denen von W.A. Mozart oder M. Ravel zu finden. In der Welt der Gitarren und Kastagnetten geriet der Fandango so manches Mal in das voll orchestralische Milieu.

Das komplette Durchspiel der Barocktänze bietet die dritte Suite für Cembalo von Jean Henri d´Anglebert, dem Hofkomponisten des Königs Ludwig XIV. Die Suite wird von spanischen Folias beendet, die die Zuhörer auf den iberischen, also auf den Hauptteil des Abends, vorbereiten. Der Katalane Antonio Soler wurde durch seine Kompositionen für Tasteninstrumente berühmt. Seine Musikkarriere begann er bereits im zarten Alter von sechs Jahren mit seinem Beitritt in den berühmten Knabenchor des Klosters zu Monserrat. Später wurde Soler zum Kapellmeister der Kathedrale von Lleida und übte daraufhin denselben Posten am Königshof des Klosters El Escorial aus. Aus der Werkstatt dieses Autors wurden Zuhörern Konzerte für zwei Cembalos und der Fandango für Cembalo und Kastagnetten übermittelt.

Der Klang von Kastagnetten war auch dem Italiener Alessandro Scarlatti nicht unbekannt.

Dieser Gründer der neapolitanischen Opernschule wird auch mit weiteren Orten in ganz Italien verbunden. Am Anfang und am Ende seines bunten Musiklebens wirkte er dann in Rom. Scarlatti war ein äußerst produktiver Komponist, aus dessen Werkstatt rund sechzig Opern und etwa zweihundert Messen hervorgingen. Im Gegensatz dazu führt das Konzert sein instrumentales Werk auf, aus dem Toccaten für Cembalo und Folias gewählt wurden.

Zum Abschluss des Programms hören wir ein Werk des italienischen kosmopolitischen Komponisten Luigi Boccherini. Auch dieser Komponist und Cellist, der die letzten zwanzig Jahre seines Lebens in Spanien verbrachte, war von der spanischen Musik stark beeinflusst.

Neben der reichen Literatur für Streichinstrumente finden wir bei ihm auch Kompositionen für Cembalo, von denen gerade der Fandango aufgeführt wird, der dadurch die Leitidee des ganzen Abends unterstreicht und hervorhebt.

Lucie Guerra Žáková ist eine tschechische Cembalistin und Organistin, die in Frankreich und Spanien lebt und arbeitet. Dort lieferte sie nicht wenig Arbeit für die Propagation der tschechischen Musik. In beiden Ländern führte sie die Premiere des Werkes von Petr Eben auf. Das Werk wurde anhand des Textes von Comenius „Das Labyrinth der Welt und das Paradies des Herzens“ komponiert. Sie ist zu Prestigefestivals in der Tschechischen Republik sowie im Ausland eingeladen (z.B. zum internationalen Festival Smetana Litomyšl, Český Krumlov, Arte Sacro in Madrid oder Festival Internacional de Órgano de Morelia in Mexiko). Sie spielte ebenfalls auf der Orgel der Kathedrale Notre-Dame von Paris. Lucie Guerra Žáková tritt auch in einem Orgelduo für 4 Hände und 4 Füße mit dem Spanier Carlos Arturo Guerra Parra oder im Ensemble Pratur cembalo duo gemeinsam mit Petra Žďárská auf, mit der sie sich in der Klasse von Prof. Giedré Lukšaité-Mrázková an der Akademie der musischen Künste in Prag traf.

Die hervorragende Musikerin unserer Generation, Petra Žďárská, ist im Fach Cembalo und Kleines Orchester die erfolgreichste Laureatin des Prager Frühlings 2012. Sie studierte am CNSMD Lyon und nahm an vielen Interpretationsmeisterkursen in ganz Europa teil. 

Im September 2012 debütierte sie auf dem Festival Junges Prag mit dem Konzert für Cembalo und ein Kleines Orchester von Bohuslav Martinů. Momentan setzt sie ihr Doktorandenstudium an der Akademie der musischen Künste in der Klasse von Prof. Giedré Lukšaité-Mrázková fort. Ihr Hauptinteresse innerhalb des Studiums sind vergessene Kompositionen für Cembalo und Kammerkompositionen von Josef Antonín Štěpán aus dem erzbischöflichen Musikarchiv in Kroměříž (Kremsier).

Eine interessante Persönlichkeit des Fandango-Projektes ist die spanische Tänzerin und Kastagnettenspielerin Ludovica Mosca. Diese allseitig künstlerisch begabte Musikerin und Malerin wirkt als Professorin an der Schule Escuela Luthier–Música y Danza in Barcelona.

Sie konzertiert in verschiedensten Formationen auf der ganzen Welt und unterrichtet oft bei Meisterkursen. In diesem Jahr arbeitet sie als Lektorin an der Akademie der musischen Künste in Prag. 

www.ludovicamosca.com
www.zdarska.com
www.luciezakova.com